Freitag, 1. Oktober 2010

schaffenskrisen

wenn die krise da ist, ist es erstmal schwer sich am eigenen kragen da raus zu ziehen. Sobald man die ersten Zeilen schreibt, fragt man sich ob es sein darf aus purer existenzangst etwas forzuführen was einst zu größerem bestimmt zu sein schien.
aber aber wer wird den gleich wieder so einen schwermütigen einstieg wählen, das publikum möchte unterhalten werden und dazu bedarf es einen aufhänger, eine kleine anekdote, vielleicht erzähle ich von dem mit tropenhut bestückten koreaner im auftrag der "catastrophe relief organisation" der mich überfiel als ich gerade mit gesteigertem harndrang an einer roten ampel gewartet habe. Er war immerhin so geistreich nicht nur nach monetärer unterstützung zu fragen, sondern mir auch anzubieten direkt nach indonesien zu fliegen und dort volunteer service abzuleisten. Begegnungen dieser Art hatte ich nun auch schon viermal mit koreanischen Christen die mich ansprechen und mir zu ihrer Kirche raten, dabei legen die Koreaner eine sonst undenkbare aggressive beharrlichkeit an den tag.
Dazu muss man wissen, Schüchternheit ist definitiv eine Tugend in Korea, vor allem im öffentlichen Raum. Gleichzeitig aber haben die meisten Koreaner großes interesse an Ausländern, vor allem nette weiße jungs wie mich sieht man hier gar nicht so oft, dafür sehe ich jeden Tag mindestens 5 Leute mit Deutschland Jacken usw.
Da liefern die jeweiligen Institutionen ein hervorragendes Alibi um die Schüchtenrheit abzulegen.

Um auf die Deutschlandjacken zurück zu kommen... vielleicht habe ich mit meinen Integrationsbemühungen die Hülle kultureller Differenzen noch nicht durchbrechen können, unter der es meiner Meinung nach in jeder Kultur ziemlich ähnlich aussieht ( SPrachbarriere grrrr), jedenfalls machen Koreaner auf mich einen recht schizophrenen Eindruck. Einerseits sind sie Feuer und Flamme Ausländer, vor allem Europäer, kennenzulernen und schwärmen über die Länder in den höchsten Tönen, dazu kommt dann immer eine gewissene BEscheidneheit, SChüchternheit und Unsicherheit. Allerdings sind Koreaner gleichzeitig ziemlich verliebt in ihre Kultur und es scheint für sie sehr sehr schwer zu sein Ausländer als vollwertige Mitmenschen anzuerkennen.
Also vielleicht sollte man es mit einem von Ureinwohnern gefangen genommenen Weißen vergleichen, der wie ein Gott mit allen Privilegien ausgestattet wird bevor man ihn schließlich kocht und isst.

Hab endlich ein Handy, jetzt kann ich koreanische SMS verschicken, vielleicht wird das meinem sprachlichen Fortschritt gut tun.

1 Kommentar:

  1. geiler vergleich :D
    zudem kannst du echt froh sein, wenn sie dich vorher kochen. da gehts dir besser als so manch einem tintenfisch...

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